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Neue Arbeiten

CorTen Stahlbilder

ab dem 11 April 2008, um 20.00 Uhr im Weinhandel Scheffler Bismarkstraße, 86150 Augsburg

HEPHAISTOS                   Internationale Zeitschrift für Metallgestalter

Metallbildhauer G. Sauter

Metallskulpturen als Willkommensgruß und Wegweiser

KINDERZIMMER IM GROSSFORMAT

KUNST AM BAU

»Ängste und Aufregung werden vergessen, wenn man alte Freunde trifft«, stellt der Metallbildhauer Gerold M. Sauter sein Spielzeug vor: Giraffe, Schäfchen, Schlange, Parkplatzmännchen und Stahllastwagen, die vor dem Klinikneubau stehen, hat er klassischen Holzfiguren nachempfunden

 Gerold M. Sauter Spielzeug- erzeuger

Mein  Gedanke war es, den Vor- und Eingangsbereich so freundlich wie möglich zu gestalten, um Kinder wie auch Erwachsene gleichermaßen anzusprechen, skizziert Sauter die Intention seiner »Kunst am Bau«. Christine Simmerding, die Leiterin des im August 2004 neu eröffneten »Behandlungs- und Beratungszentrum«. (BBZ) der Hessing-Stiftung in Augsburg, sieht dieses Vorhaben bestens umgesetzt: »Sauter gelang es durch seine Tierfiguren in wunderbaren Weise, Kinder, wie auch Eltern das Gefühl zu geben, hier willkommen zu sein«.         Mit den Figuren in der Formgebung angelehnt an kleine Holztiere, die wohl in jedem deutschen Kinderzielzimmer zuhause sind, nimmt Sauter dem BBZ die Sterilität, die häufig von Einrichtungen dieser Art ausgehen. Durch die gleichermaßen überdimensionale

Mit 15 überdimensio- nalen Spielzeugfiguren aus Stahl und bunten Bauklötzchen aus Beton hat der Augsburger ein Therapiezentrum für Kin- der einladend gestaltet

wie kleine und kindergerechte Assoziationswelt erleichtert er den oft schweren Gang in das zentrum, das sich in gut 30 Jahren aus einer Selbsthilfegruppe für spastisch gelähmten Kinder zu einer der größten Einrichtung ihrer Art in Bayern entwickelt hat.

»Mein Gestaltungskonzept zieht sich von außen nach innen«, erklärt Sauter. Vor dem Gebäude stehen die Objekte aus Cor-Ten Stahl, die elf Bauklötze und ein Brunnen  aus durchgefärbtem Beton sorgen für Auflockerung im Innenhof des Gebäudekomplex. Die Formen sind jenen von hölzernen Spielzeugfiguren nachempfunden, womit bei kleinen wie großen Kindern fröhliche

Erinnerungen an zu hause geweckt werden sollen: Männchen mit Hinweistafeln zeigen den Besuchern, wo es zum Parkplatz und zum Eingang geht. Ein Lastwagen mit einer Länge von 4,20 und eine Höhe von 1,95 Metern dient ebensfalls als Wegweiser zu den Parkplätzen. Die Objekte empfangen somit alle Neuamkömmlinge schon vor dem Gebäude auf liebenswürdig spielerische Art.                   Weiter lädt eine Giraffe, 4,30 Meter hoch und 1,70 Meter breit, dazu ein, zwischen den Beinen hindurch zu streigen. Die Riesenschlange kann als Sitzgelegenheit genutzt werden. Sauter sieht seine Figuren nicht allein als Kunstwerk, sondern als erfahrbares Spielzeug: »Hier ist ein Haus für Kinder und diese werden sich hier wohlfühlen«, ist er überzeugt.                           Der gelernte Schlossermeister, 1962 in Stuttgart geboren, arbeitete nach der Meisterprüfung zunächst in München als »künstlerischer Assistent« bei Aktionskünstler Wolfgang Flatz. An der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz studierte er dann bis 1955 in der Meisterklasse für experimentellevisuelle Gestaltung bei Herbert Lachmeyer. Neben einem Diplom

HEPHAISTOS 1/2 2005

Gute, alte Freunde in bekannter Form, aber neuer Dimension: Drei Monate lang arbeitet Gerold M. Sauter an den 15. Figuren

mit Auszeichnung wurde Sauter der Würdigungspreis für besondere künstlerische Leistungen des österreichischen Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Wien verliehen.                               Seit 1986 wirkt der Wahl-Augsburger als freischaffender Künstler in den Disziplinen Möbeldesign, Raum- gestaltung, Landschaftsarchitektur, Kunst im öffentlichen Raum und digitale Medien. Zwischen 1987 und 1990 übernahm er eine Lehrtätigkeit bei der Beruflichen Fortbildungszentren in Augsburg. Er blickt bereits auf eine Reihe von Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Belgien zurück. Zu seien bisherigen Werken zählen unter anderem Brunnen, Rauminstallationen, Möbelobjekte und eine Buchillustration. Dem ZDF waren Sauters Arbeiten auch schon einen Bericht wert.

»Meine Orientierung gilt dem Umgang mit schon Vorhandenem, dem Erfassen

von Innen- und Außenräumen, Dinge und Situationen mit Ihren sichtbaren und unsichtbaren Elementen, das Gewohnte und Vertraute wahrnehmbar und wieder erlebbar machen: durch deren Darstellung in einem ungewohnten Kontext oder durch die Art ihrer Komposition«, benennt Sauter seine künstlerische Leitsätze. Die sieht er auch bei der Gestaltung der Objekte für das Therapiezentrum umgesetzt.                                Auf dem Gelände einer Maschinen- und Behälterbaufirma, deren Maschinenpark er für den auf Einladung vergebenen Auftrag der »Hessing-Stiftung« nutzen konnte, schuf der Metallbildhauer in drei Monaten die 15 Skulpturen. Er verwendete drei Millimeter starkes Cor-Ten- Stahlblech. Den Werkstoff hielt Sauter für geeignet, weil er »rostet, aber nicht verrostet. Die Oxidation endet nach einer bestimmten Zeit, die abhängig ist von der Lage der Plastik, im Stadtbereich dauert es etwas länger als im ländlichen Raum.« Diese Eigenschaft verhindert vor allem, dass sich auf dem Objekten spielende Kinder eine rostige Hose holen. Insgesamt hat der Künstler viereinhalb Tonnen Cor-Ten- Stahlblech verarbeitet.                Das Therapiezentrum zählt in Bayern zu den größten Frühförderstellen für Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen Sie ist hervorgegangen aus einer Elterninitiative zur Förderung spastischen gelähmter Kinder, die 1960 eine Tagesstätte gegründet hatten. Die »Hessing-Stiftung« übernahm sechs Jahre später die Trägerschaft und errichtete einen Neubau. Die große Resonanz ließ das Zentrum so schnell wachsen, dass auch dieses Gebäude bald zu klein war. Zwischen 2002 und 2004 entstand schließlich der zweite Neubau, an dem Gerold Sauter nun seinem Spieltrieb freien Lauf lassen durfte. (tw)

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